Strom vom eigenen Dach, Wärme aus der Umgebungsluft – die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe gilt als Königsweg zu niedrigen Energiekosten. Zu Recht? In diesem Beitrag rechnen wir ehrlich vor, was die Kombination leistet, wo ihre Grenzen liegen und wie Sie das Maximum herausholen.
Warum die Kombination so gut funktioniert
Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom rund drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme. Jede Kilowattstunde Solarstrom, die Sie selbst in der Wärmepumpe verbrauchen, ersetzt also teuren Netzstrom und wird gleichzeitig zum Mehrfachen an Heizenergie. Der Effekt: Der Eigenverbrauchsanteil Ihrer PV-Anlage steigt deutlich, und genau davon lebt die Wirtschaftlichkeit einer modernen Photovoltaikanlage – nicht mehr von der Einspeisevergütung.
Die ehrliche Einschränkung: Winterlücke
Das Timing ist nicht perfekt: Die Wärmepumpe braucht am meisten Strom im Winter, die PV-Anlage produziert am meisten im Sommer. Wer behauptet, die Heizung laufe komplett mit Solarstrom, rechnet schön. Realistisch deckt die PV-Anlage – je nach Größe, Dach und Verbrauchsprofil – einen spürbaren Teil des Wärmepumpenstroms, vor allem in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst sowie bei der Warmwasserbereitung im Sommer. Der Rest kommt aus dem Netz, idealerweise über einen günstigen Wärmepumpentarif.
So holen Sie das Maximum heraus
1. SG Ready nutzen
Über die SG-Ready-Schnittstelle startet die Wärmepumpe gezielt bei PV-Überschuss – und lädt zum Beispiel mittags den Warmwasserspeicher, statt abends Netzstrom zu ziehen. Der Speicher wird so zur „thermischen Batterie“.
2. Anlagengröße nicht kleinrechnen
Mit Wärmepumpe (und perspektivisch E-Auto) lohnt es sich fast immer, das Dach voll zu belegen. Der Mehrpreis pro Kilowattpeak sinkt mit der Größe, und der zusätzliche Strom findet im eigenen Haus Abnehmer.
3. Batteriespeicher durchrechnen, nicht pauschal kaufen
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch weiter – kostet aber. Ob er sich rechnet, hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab. Wir rechnen beide Varianten transparent durch, statt pauschal das größte Paket zu verkaufen.
Für wen lohnt sich das Doppel?
- Neubau oder Heizungstausch steht an: Wer ohnehin auf eine Wärmepumpe umsteigt, sollte PV direkt mitdenken – die Montage in einem Zug spart Kosten.
- PV-Anlage bereits vorhanden: Eine Wärmepumpe macht aus Überschussstrom bares Geld – oft das beste Argument gegen die niedrige Einspeisevergütung.
- Wärmepumpe bereits vorhanden: Nachrüsten der PV-Anlage senkt die laufenden Heizstromkosten dauerhaft.
Wie das Zusammenspiel technisch geplant wird, zeigen wir auf unserer Seite Kombination PV & Wärmepumpe. Welchen Ertrag Ihr Dach realistisch liefert, haben wir im Beitrag Photovoltaik in Hamm: Ihre echte Stromausbeute beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Kann eine PV-Anlage die Wärmepumpe komplett versorgen?
Übers Jahr gerechnet kann eine ausreichend große PV-Anlage rechnerisch so viel Strom erzeugen, wie die Wärmepumpe verbraucht. Im Winter, wenn der Heizbedarf am höchsten ist, liefert die PV-Anlage jedoch am wenigsten – ein Teil des Wärmepumpenstroms kommt daher immer aus dem Netz.
Wie viel Eigenverbrauch ist mit Wärmepumpe realistisch?
Durch die Wärmepumpe steigt der Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms deutlich, typischerweise auf 30 bis 50 Prozent – mit Batteriespeicher auch darüber. Genaue Werte hängen von Anlagengröße, Verbrauchsprofil und Speicher ab.
Brauche ich zwingend einen Batteriespeicher?
Nein. Die Kombination lohnt sich auch ohne Speicher, weil die Wärmepumpe tagsüber direkt Solarstrom nutzen kann. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch weiter, verlängert aber die Amortisationszeit – das rechnen wir im Einzelfall durch.
Was ist eine SG-Ready-Schnittstelle?
SG Ready ist eine standardisierte Schnittstelle, über die die Wärmepumpe gezielt dann laufen kann, wenn die PV-Anlage Überschuss produziert – zum Beispiel um mittags den Warmwasserspeicher aufzuheizen. Fast alle aktuellen Wärmepumpen unterstützen das.
Beides aus einer Hand – P&M Sanitärtechnik Hamm
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