Der erste kalte Morgen kommt jedes Jahr – und mit ihm die Anrufe beim Notdienst: Heizung kalt, Warmwasser weg, Anlage auf Störung. Das Ärgerliche daran: Ein Großteil dieser Ausfälle wäre mit einer rechtzeitigen Heizungswartung im Herbst vermeidbar gewesen. Hier ist unsere Checkliste – was Sie selbst prüfen können und was in die Hände des Fachbetriebs gehört.
5 Dinge, die Sie jetzt selbst prüfen können
- 1. Anlagendruck kontrollieren: Das Manometer sollte im grünen Bereich stehen (bei den meisten Einfamilienhäusern etwa 1,5–2,0 bar). Bei zu niedrigem Druck Wasser nachfüllen.
- 2. Heizkörper entlüften: Gluckern oder oben kalte Heizkörper? Mit dem Entlüftungsschlüssel Luft ablassen, danach den Druck erneut prüfen.
- 3. Probelauf starten: Heizung nicht erst beim ersten Frost einschalten – ein Testlauf im September zeigt Probleme, solange Termine beim Fachbetrieb noch gut verfügbar sind.
- 4. Thermostate testen: Alle Ventile mehrmals auf- und zudrehen. Klemmt ein Thermostatstift, bleibt der Heizkörper später kalt.
- 5. Umfeld freiräumen: Heizungsraum belüftet und frei von Gerümpel, Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt.
Springt die Anlage beim Probelauf nicht an, finden Sie erste Schritte in unserem Beitrag Heizung springt nicht an: Sofortmaßnahmen.
Was der Fachbetrieb bei der Wartung prüft
Die jährliche Wartung geht deutlich über das hinaus, was Sie selbst erledigen können:
- Brenner bzw. Wärmeerzeuger reinigen und einstellen, Verbrennungswerte messen
- Sicherheitseinrichtungen, Ausdehnungsgefäß und Anlagendruck prüfen
- Dichtheit von Gas- und Wasserleitungen kontrollieren
- Pumpen, Ventile und Regelung auf Funktion und Effizienz prüfen
- Verschleißteile wie Dichtungen, Elektroden oder Filter tauschen
- Bei Wärmepumpen: Kältekreis-Check, Verdampfer und Filter reinigen, Einstellungen optimieren
Eine gewartete Anlage läuft nicht nur zuverlässiger, sondern auch sparsamer – verschmutzte Brenner und falsch eingestellte Regelungen kosten jeden Winter unnötig Energie. Alle Details zu unseren Wartungsangeboten finden Sie unter Wartung & Reparaturen; für Gewerbe und Vermieter bieten wir zudem die Anlagenprüfung & Inspektion.
Warum Herbst statt Dezember?
Ganz einfach: Im Oktober und November füllen sich die Auftragsbücher aller Heizungsbetriebe, im Dezember arbeiten die Notdienste im Dauereinsatz. Wer die Wartung in den Spätsommer oder Frühherbst legt, bekommt entspannt einen Termin – und geht mit geprüfter Anlage in den Winter statt mit Daumendrücken. Was eine Wartung ungefähr kostet, zeigt Ihnen vorab unser Wartungsrechner.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte die Heizung gewartet werden?
Einmal jährlich – idealerweise im Spätsommer oder Herbst vor Beginn der Heizsaison. Bei Gasgeräten empfehlen auch die Hersteller die jährliche Wartung; sie ist zudem häufig Voraussetzung für Garantieverlängerungen.
Was kostet eine Heizungswartung?
Je nach Anlagentyp und Umfang liegen die marktüblichen Kosten meist zwischen 100 und 300 €. Verglichen mit einem Heizungsausfall im Dezember oder dauerhaft erhöhtem Verbrauch ist das gut investiertes Geld.
Muss auch eine Wärmepumpe gewartet werden?
Ja, auch Wärmepumpen sollten regelmäßig geprüft werden – Kältekreis, Filter, Verdampfer und Einstellungen. Der Aufwand ist geringer als bei Verbrennungsheizungen, aber für Effizienz und Lebensdauer genauso sinnvoll.
Warum muss ich meine Heizkörper entlüften?
Luft im Heizkörper verhindert, dass er vollständig warm wird – die Anlage arbeitet dann ineffizient. Gluckernde oder oben kalte Heizkörper sind das typische Zeichen. Das Entlüften können Sie mit einem Entlüftungsschlüssel selbst erledigen; danach den Anlagendruck prüfen.
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